Tisch:
Ende 19. Jahrhundert;
Leihgabe des
GRASSI Museums
für Angewandte Kunst
Am
Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Produktion von Musikautomaten
einen nochmaligen Aufschwung, wobei sich insbesondere die Stadt Leipzig
als Herstellerzentrum hervortat. Die Firma Clauss & Co. erwarb für
selbstspielende Zithern ein Patent, spezialisierte sich auf deren
Fertigung und verkaufte sie in sehr hoher Stückzahl. Eine runde
Stahlplatte mit Löchern und winzigen Häkchen an der Unterseite birgt
die Tonfolge der zu spielenden Melodie. Zieht man ein Uhrwerk mit Hilfe
der Kurbel auf, so beginnt sich die Platte zu drehen, wobei jene
Häkchen die entsprechenden Saiten anzupfen. Auf einem Werbezettel pries
man die Vorteile der Erfindung folgendermaßen: "Das Chordephon ist die
einzige mechanische Zither, die der Konzert-Zither in Klangfarbe und
Lieblichkeit des Tones vollständig gleichkommt, in effektvoller
Tonfülle dieselbe aber noch bei weitem übertrifft, da jedes
Musikarrangement getreue Wiedergabe findet, wie es auf der
Konzert-Zither selbst einem Künstler von größter Fingerfertigkeit ganz
unmöglich wäre."
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