Das Museum

Onlinekatalog der außereuropäischen Musikinstrumente des Museums

Sammlung Ibach

angelegt zwischen 1871 und 1907

Die Klavier- und Orgelbauerfirma Ibach wurde 1794 in Wuppertal gegründet und verblieb nach mehreren Standortwechseln ab 1817 für viele Jahrzehnte in Barmen (Florian Speer, Ibach, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart 2. Auflage, Hrsg. Ludwig Finscher, Personenteil Band 9, Kassel usw. 2003, Sp. 581-583). Zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Familienunternehmens zählte der Klavierbauer Adolf Rudolf Ibach (1843-1892). Neben seiner Tätigkeit in der Fabrik sammelte er ab 1871 europäische und außereuropäische Musikinstrumente. In einem eigens eingerichteten kleinen Museum gab es unter anderem ein „japanisches Zimmer“ mit zahlreichen Musikinstrumenten und Accessoires. 1907 erfolgte der Verkauf aller Instrumente an Wilhelm Heyer in Köln; sie gingen in dessen „Musikhistorisches Museum“ ein. Von hier aus kamen sie schließlich 1926 an die Universität Leipzig.
So gelangte mit der wertvollen Klaviersammlung Ibach auch das Interieur eines „Japan-Zimmers“, in dem praktisch alle wichtigen Instrumententypen Japans mit kostbaren Originalen vertreten waren, in den Heyerschen Bestand.
Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Firma wurden Fotos von jenem Museum in einer Festschrift veröffentlicht:

  • [Ohne Verfasser] Das Haus Rud. Ibach Sohn Barmen – Köln. Ein Rückblick beim Eintritt in das zweite Jahrhundert seines Bestehens, Barmen 1894.
Die Sammlung Ibach in Barmenzoom

Ein historisches Foto in diesem Buch zeigt rechts einen Teil des Japan-Zimmers mit einer Laute sowie mit verschiedenen Idio- und Mebranophonen, von denen die meisten bis heute in Leipzig erhalten sind. Die abgebildete Laute zählt allerdings ebenso wie die in dekorativen Ständern hängenden Instrumente Trommel, Gong und Klingstein zu den Kriegsverlusten. Ein weiteres Foto enthält Abbildungen der anderen Zimmerseite mit zahlreichen japanisch, aber auch ein Regal mit afrikanischen Instrumenten. Beim Zusammenzählen aller fotografierten Objekte kommt man auf etwa 56 Exponate (die genaue Zahl an - schlecht erkennbaren - Flöten lässt sich nur schätzen).

Da die Instrumente der Ibach-Sammlung nicht gekennzeichnet oder katalogisiert worden waren, stellen jene Fotos die wichtigste Quelle für die Identifizierung der aus der Ibach-Kollektion stammenden Instrumente der Leipziger Sammlung dar. Einige Klanggeräte wie die Glocken und Becken lassen sich sehr gut, andere Objekte wie z.B. verschiedene Flöten nur ungefähr erkennen. Letztlich lassen sich folgende Instrumente sicher der Ibach Kollektion zuordnen und sind somit vor 1894 gebaut worden:

Inv.-Nr. 2299 Trommel Damaru Inv.-Nr. 2432 Trommel Kakko
Inv.-Nr. 2310 Trommel Damaru Inv.-Nr. 2435 Trommel Shimedaiko
Inv.-Nr. 2351 Zither Nigenkin Inv.-Nr. 2442 Gong Dora
Inv.-Nr. 2363 Zither Qin Inv.-Nr. 2444 Gong Waniguchi
Inv.-Nr. 2365 Zither Koto Inv.-Nr. 2446 Becken Hachi
Inv.-Nr. 2419 Langtrompete Dung chen Inv.-Nr. 2447 Becken Hachi
Inv.-Nr. 2420 Langtrompete Dung chen Inv.-Nr. 2462 Glocke
Inv.-Nr. 2431 Trommel Ôtsuzumi Inv.-Nr. 2475 Schellenstab Shakujo