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Kinoorgel live

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The Eagle
The Eagle 2
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Cinematheque

Auch wenn der Ton in den Anfangsjahren des Films noch nicht mit aufgenommen werden konnte, so schufen doch Musiker durch ihre Live-Begleitung am Klavier, an der Orgel oder sogar mit einem ganzen Orchester Abend für Abend neue Klänge zu den jeweiligen Bildern. Die Kinoorgel der Firma Michael Welte & Söhne aus dem Jahr 1931 bietet mit ihrer faszinierenden Technik neben der Klangfülle fast aller nur vorstellbarer Instrumente auch unverzichtbare Alltagsgeräusche: das Zischen einer Dampflok, Autohupen, Telefonklingeln, Regentropfen, Vogelgezwitscher und vieles mehr. In der Reihe Kinoorgel live wird diese Art der Film-Vertonung wieder zum Leben erweckt - lassen Sie sich doch bei einer unserer nächsten Veranstaltungen überraschen!
In diesem Jahr stehen alle Programme unter dem Motto "Diven, Stars und Sternchen".

Die nächsten Termine:

13.05.2017 | 18:00 | The Eagle | Teil 3 der Reihe "Diven, Stars und Sternchen"
Clarence Brown, USA 1925 mit Rudolph Valentino, Vilma Bánky, Louise Dresser, 73 min, englisches Original
Veranstaltung zum 122. Geburtstag des Stummfilmstars Rudolph Valentino (geb. 06.05.1895)
An der Orgel: Maria Wolfsberger
mit Einführungen zum Film (Claudia Cornelius) und zur Orgel (Philipp Hosbach)

Rudolph Valentino gilt als das erste männliche Sexsymbol der Filmgeschichte. Seinem Charme und gutem Aussehen verfielen die weiblichen Kinogängerinnen reihenweise, und in dieser Größenordnung fielen sie auch in Ohnmacht, sobald der athletische Schauspieler auf der Leinwand erschien. Ein Grund, warum Lichtspielhäuser in den 1920er Jahre, also auf dem Höhepunkt von Rudolph Valentinos Karriere, auch Valentino-Fallen genannt wurden. Der weltgewandte Valentino schaffte seinen Durchbruch in der Rolle eines arabischen Scheichs, einem Rollenstereotyp, dem er nicht mehr entkommen sollte. Geboren als Rudolfo Alfonzo Raffaele Pierre Filibert Guglielmi di Valentino d’Antonguolla hatte er zwar einen aristokratisch klingenden Namen, jedoch kein Einkommen, weswegen er Europa verließ und in den USA zunächst als Tänzer sein Glück versuchte. Aufgrund seiner Erscheinung und der ihn umgebenden schwermütigen Aura setzte Hollywood Valentino v.a. als Great Lover, Latin Lover oder Sheik (Scheich) ein.

Auch in THE EAGLE, einer Verfilmung von Alexander Puschkins unvollendeten Roman Dubrowskij, wechselte Valentino nicht das Rollenfach, sondern spielte mit viel Schwung und Elan einen jungen russischen Leutnant und Robin Hood, der nicht nur von der Zarin mit Wollust inspiziert, sondern auch von allen anderen Frauen, die seinen Weg kreuzen, wohlwollend begutachtet wird. Valentino macht selbstverständlich zu Fuß, zu Pferd und beim Blumengießen eine gute Figur, denn Ernst Lubitschs Drehbuchautor Hanns Kräly schrieb ihm die besten Szenen, Vilma Bánky und Louise Dresser warfen ihm spielerisch die Bälle zu und der Kameramann George Barnes reservierte dem Star die überwältigende Mehrheit der Closeups des Films. Kurz: THE EAGLE ist Starkino in Reinform.
(Claudia Cornelius)

Eintritt: 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro, Gruppe ab 8 Personen 6,00 Euro p.P.,
Kinder 3,00 Euro, Familien (max. 2 Erwachsene + 3 Kinder) 20,00 Euro

Alle Veranstaltungen in Kooperation mit Cinémathèque Leipzig e.V.„