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Clavichordtage der Deutschen Clavichord Societät in Leipzig

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Vom 3. bis zum 6. Oktober 2013 war die Deutsche Clavichord Societät mit den 38. Clavichordtagen zu Gast im Museum. Ein umfangreiches Programm mit Schwerpunkt auf der frühen Musik für Tasteninstrumente in italienischen, spanischen, böhmischen, polnischen und deutschen Landen des 14.-16. Jahrhunderts beleuchtete unterschiedliche Facetten dieses zarten Instruments. So stellte Corina Marti in Wort und Ton die Rekonstruktionen eines mittelalterlichen Cembalos nach Arnaut von Zwolle und eines Clavichords nach dem sog. Erlanger Traktat (beide 15.Jh.) vor. René Clemencic spielte Antonio de Cabezóns Intavolierungen von Marienmotetten und Paul Simmonds präsentierte im Eröffnungskonzert die Claviermusik der Leipziger Thomaskantoren vor J.S. Bach. Die diversen Aspekte des Clavichordbaus in seiner amerikanischen Heimat beleuchtete Gregory Crowell in einem Vortrag, bevor er in seinem Konzert die Clavichordmusik Amerikas im 18. und 19. Jahrhundert vorstellte. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit neuesten Forschungsergebnissen bei einem anonymen, Gottfried Silbermann zugeschriebenen Clavichord (Lothar Bemmann) und mit einem kürzlich bekannt gewordenen Geschwisterinstrument von "Leipzig Nr. 17" aus der einzigartigen Clavichordsammlung der Universität Leipzig (Andreas Hermert). Außerdem stellten Instrumentenbauer aus dem In- und Ausland ihre Kopien historischer Clavichorde in einer begleitenden Ausstellung vor, so dass die einmalige Gelegenheit bestand, historische Originalinstrumente und ihre Nachbauten sowie die von den Originalen inspirierten Modelle nebeneinander besichtigen und mit den Clavichordbauern diskutieren zu können. Die Instrumente dieser Ausstellung wurden schließlich im Abschlusskonzert von Friedhelm Capelle musikalisch vorgestellt.