Das Museum

Goldene Klänge im mystischen Grund: Musikinstrumente für Richard Wagner

Sonderausstellung vom 17. Mai 2013 – 31. Januar 2014

Wagners phantasievoller Umgang mit dem Instrumentarium seiner Zeit war außerordentlich kreativ, und so erklangen immer wieder überraschende und neuartige Farbschattierungen aus dem Bayreuther Orchestergraben. Bis ins hohe Alter blieb der Komponist Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und nahm mit steter Neugier die Töne seiner Umgebung wahr. Die in den Alpen erlebten Holzhörner und Kuhglocken bezog er ebenso in sein Werk ein wie Nachtwächter-Signale oder Geräusche der Blechschmiede im Züricher Nachbarhaus. Ebenso finden sich in seinen Opern betont sparsam eingesetzte, meist extra gefertigte Effektinstrumente wie Trommel-Donnermaschinen, gestimmte Ambosse oder Hängebecken sowie längst vergessene Musikinstrumente, wenn auch teilweise als Attrappen auf der Bühne.
Für Erstaunen sorgte auch, wie viele verschiedene Klaviere und Flügel Wagner sein Eigen nannte. Anhand von Fotos und Instrumenten erhielt der Besucher Einblicke in des Komponisten Freud’ und Ärger bezüglich geschenkter, geliehener oder auf Abzahlung gekaufter Tasteninstrumente, vom ersten Flügel (Breitkopf & Härtel) über das Lieblingsklavier (Erard) bis zum letzten „Ibach“ in Venedig.

Neben zahlreichen Instrumenten, reichhaltigem Bildmaterial, deutschen und englischen Ausstellungstexten waren an einer Hörstation Opernausschnitte zusammengestellt, in denen die betreffenden speziellen Instrumente auch akustisch erlebbar waren.

In regelmäßigen Kurzführungen wurden zudem einige Instrumente live vorgeführt, wobei vor allem das Gralsglockenklavier einen besonderen Eindruck hinterließ. Für Erheiterung sorgte hingegen der Leierkasten mit Wagner-Meldodien am Ende der Ausstellung. Wagner selbst fühlte sich übrigens durch diese Art der Musikverbreitung durchaus geschmeichelt und schrieb in einem Brief: "„Meine hiesige Popularität ist rührend; der gemeinste Wiener ist eben passionirt für Theater und Musik. Unter Cornelius' Fenstern hörte ich zum ersten Male den Tannhäusermarsch auf einem Leierkasten“.