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Aktuelle Videos zur Ausstellung music.mp0

Videos zum Ausstellungskatalog "Leipzigs kingende Möbel. Selbstspielende Musikinstrumente 1880-1930"
 

Musikautomaten des Museums beim MDR Lexi-TV

Teil 1

Teil 2

music.mp0 - Selbstspielende Instrumente aus Leipzig

Sonderausstellung mit klingenden Musikautomaten aus der Zeit von 1880 bis 1930
30. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016

20 Jahre vor dem Grammophon eroberte die Leipziger Lochplatte als erstes musikalisches Massenmedium die Welt. Sie funktioniert nur in Verbindung mit echten akustischen Instrumenten und bringt Harmonikas, Zithern, Klaviere oder Kammzungen wie von Geisterhand von allein zum Erklingen.
In der Ausstellung kann man Lochplatten-Spielwerke aller Größen und Varianten erleben, sogar klingende Spardosen, Obstschalen, Bierfässer und den Vorläufer der Jukebox: Per Geldeinwurf wird automatisch eine riesige Blechplatte ausgewählt, aufgelegt und in Drehung versetzt. Ohne Strom, wohlgemerkt. 

Mehrmals täglich waren sie live zu erleben: Kuriose Lochplatten-Geräte, selbst spielende Klaviere oder Zithern und sogar eine automatische Geige, vorgeführt und erläutert von Studierenden des Instituts für Musikwissenschaft! 

 
 
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Eine kleine runde Platte aus Pappe mit vielen Löchern, in Leipzig 1882 erfunden, war der eigentliche Star der Ausstellung. Der unscheinbare Gegenstand schaffte es, dass sich quasi über Nacht ein neuer Industriezweig mit tausenden Arbeitsplätzen in der Messestadt etablierte. Aus über 100 Leipziger Betrieben mit bis zu 6000 Arbeitern gelangten Musikautomaten in riesiger Zahl in die Wohnstuben und Kinderzimmer, in Gaststätten, Kinos und Tanzsäle. Sie markierten den Beginn der permanenten Beschallung in privaten und öffentlichen Räumen. Plötzlich war Musik allgegenwärtig, billig zu kaufen und ständig abzurufen.
Der Musikinstrumentenbau aber war für 50 Jahre der drittgrößte Leipziger Wirtschaftsfaktor nach Buchgewerbe und Pelzhandel.

Als weitere Leipziger Spezialität eroberten selbst spielende Klaviere mit gelochter Papierrolle, allen voran die Phonola von Hupfeld, den Weltmarkt. Und für alle, die es noch lauter wünschten, gab es die Orchestrions - Klaviere mit eingebautem Schlagzeug, Orgelpfeifen und anderen Extras, empfohlen für Tanzlokale, Kneipen oder Luxusdampfer. In der Ausstellung erklingt ein Happy Jazz Orchestrion von Popper sowie als echte Sensation die weltweit gefeierte VIOLINA von Hupfeld, zur Weltausstellung 1910 mit dem Grand Prix hoch geehrt!