Das Museum

Elena Gerhardt: Mein Lieder-Leben. Memoiren

Buchpräsentation

Ort

Termine
13.09.2012 18:00 Uhr - 19:30 Uhr

Veranstaltungsart
Lesung

Eine Vitrine in der Ausstellung ist seit Jahren der Sängerin Elena Gerhardt (geboren 1883) gewidmet. Die Tochter eines Connewitzer Ausflugslokalbesitzers starb 1961 in London. Leipzigs berühmter Dirigent Arthur Nikisch hatte die Studentin am Leipziger Konservatorium zufällig gehört und ihr zu Beginn ihrer Laufbahn den Weg auf die Podien großer Konzertsäle in England, Russland und Frankreich geebnet. Legte sie mit einem Dampfschiff aus Europa in New York an, erfuhren die New Yorker am nächsten Tag davon in der Zeitung unter der Rubrik „Celebrities in der Stadt“. Elena Gerhardt beschränkte sich bewusst von Beginn an auf die Interpretation von Schubert-, Schumann-, Brahms-, Hugo Wolf- und Richard Strauss-Liedern, füllte damit die großen Konzertsäle Jahre vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Schallplattenverträge bei HMV folgten. Zwei Weltkriege bildeten einen tiefen Einschnitt in der Karriere der Deutschen. Als die Nationalsozialisten ihren Ehemann, den Direktor der MIRAG, Dr. Fritz Kohl, verhafteten, emigrierte sie 1934 nach London, dort die glückliche Freilassung ihres Mannes erwartend. Neuanfang, Kriegsausbruch, London-Blitz, Konzerte in der Nationalgalerie und Karriere-Ende – all dies und mehr beschreibt sie in ihren Memoiren „Recital“, die 1953 auf Englisch erschienen. Elena Gerhardt kehrte nie mehr nach Deutschland zurück. Jutta Raab Hansen ist den weit verstreuten Spuren der Leipziger Ikone nachgegangen, hat ihre Erinnerungen übersetzt, kommentiert und durch Fotodokumente ergänzt. Wir freuen uns, dass Carla Weingarten, junge Theater-schauspielerin und Urenkelin von Dr. Fritz Kohl, und ihr Vater Benno Hammerschmidt, Witwer von Fritz Kohls Enkelin Andrea Weingarten, zur Bereicherung dieses Abends beitragen werden.

Buchvorstellung mit Musikbeispielen, Lesung von Texten durch Carla Weingarten