Das Museum
Blackmail, Szenenfotozoom
Blackmail, Szenenfotozoom

Kinoorgel live: Blackmail - Erpressung

Stummfilmvorführung mit Live-Begleitung an der Kinoorgel

Ort
GRASSI Museum, Großer Vortragssaal / Kinoorgel

Termine
30.12.2016 18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Veranstaltungsart
Kinoorgel

Blackmail - Erpressung (Alfred Hitchcock, GB 1929) mit Anny Ondra, John Longden, Cyril Ritchard, 85 min OmU

Alice White ist eine lebenslustige junge Frau, und wie es sich für eine echte Hitchcockheldin gehört, trägt sie ihre Haare blondiert. Frank, ihr Verlobter, ist solide, aber gelegentlich dümmer als die Polizei erlaubt und das, obwohl er bei Scotland Yard arbeitet. Nach einem Streit trifft sich Alice mit einem anderen Mann. Als dieser ihr zu nahe kommt, ersticht sie ihn aus Notwehr und flieht. Wie es das Drehbuch so will, soll nun Frank in dem Mordfall ermitteln. Als er Alices Spuren entdeckt, versucht er sie zu vertuschen. Doch dann meldet sich ein Zeuge und erpresst Alice.

Blackmail wurde zunächst als Stummfilm gedreht. Die Filmproduzenten entschieden jedoch während der laufenden Produktion vom Kassenerfolg des Jazzsingers zu profitieren und aus Hitchcocks Thriller den ersten britischen Tonfilm zu machen. Daher baten sie ihn, den letzten Akt mittels neuer Tontechnik zu drehen. Hitchcock widerstand den Vorgaben und drehte zwei Versionen. Formalästhetisch sind beide Fassungen gelungen und bieten fesselnde Unterhaltung. Die bekanntere Tonfilmversion experimentiert mit Sound und setzt, etwa in der Brotmessersequenz, auf die schrille Stimme einer Nebenfigur. Die rare Stummfilmfassung zeugt von der Liebe zum bewegten Bild und wartet, nicht zuletzt dank eines mikrofonfreien Sets, mit experimenteller Film- und, im Falle von Anny Ondra, auch mit der besseren Schauspielkunst auf. Die zeitgenössischen britischen Kinogänger folgten im Übrigen nicht dem Werbespruch „See and Hear It - Our Mother Tongue As It Should Be Spoken“, sondern bevorzugten von Blackmail die Stummfilmversion mit Zwischentiteln. (Claudia Cornelius)

An der Kinoorgel: Clemens Lucke
mit Einführungen zum Film (Claudia Cornelius) und zum Instrument (Philipp Hosbach)

Eintritt: 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro, Gruppen ab 8 Personen 6,00 p.P., Kinder 3,00 Euro
Familien (max. 2 Erwachsene und 3 Kinder) 20,00 Euro

Eine Kooperation vom Grassimuseum für Musikinstrumente mit der Cinémathèque Leipzig.