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Sammlung Heyer

Der Kölner Papierfabrikant Wilhelm Heyer (1849-1913) gründete seine Sammlung 1902 mit dem Vorhaben, den Werdegang der Instrumentalmusik in der Zusammenstellung ihrer Ausdrucksmittel zu veranschaulichen. Er wollte die längst verstummten Zeugen entschwundener Kunst- und Kulturepochen aufbewahren, um einen lebendigen Einblick in das musikalische Schaffen und Treiben vergangener Zeiten zu gewähren und gleichzeitig die enge Verwandtschaft darzulegen, die zwischen der Entwicklungsgeschichte der musikalischen Instrumente und der allgemeinen Musikgeschichte besteht.  Für die nach diesem Konzept zusammengetragenen Musikinstrumente, Musikerautographen, Briefe und Bildnisse ließ Heyer 1905 eigens ein Haus in der Worringerstraße in Köln errichten. 1913 öffnete das "Musikhistorische Museum Wilhelm Heyer" seine Pforten für das Publikum. Doch zuvor erfolgten noch zwei bedeutende Ankäufe, die den Wert des Museums entscheidend erhöhten. 1905 erwarb Heyer die Sammlung de Wit, 1907 die Sammlung Ibach, ein Jahr später die überaus kostbare Kollektion von Baron Alessandro Kraus.

Heyer ließ seine kostbare Sammlung auf beispiellose Weise betreuen. Ein eigens eingestellter Restaurator bemühte sich um den Erhalt der Exponate. Im Jahre 1909 wurde Georg Kinsky (1882-1951) für die wissenschaftliche Betreuung eingestellt. Damit bewies Heyer eine besonders glückliche Hand, denn bereits ein Jahr später erschien Kinskys erster Band einer Katalogreihe, die bis heute als wissenschaftliche Publikation höchstes Ansehen genießt. Der Verfasser begnügte sich nicht mit einer Auflistung von Objekten, sondern ging weit darüber hinaus. Er stellte die Exponate in Zusammenhang mit der Musik- und Kulturgeschichte, beschrieb Gelegenheiten ihrer Anwendung und spürte wichtige schriftliche und bildliche Quellen aus früherer Literatur auf.

Nach dem unerwarteten Tod von Wilhelm Heyer blieb das Museum noch mehrere Jahre bestehen. Die Musikinstrumentensammlung von Heyer wurde im Jahre 1926 für die Universität Leipzig erworben.

Kataloge:

Georg Kinsky: Katalog. Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, I: Besaitete Tasteninstrumente, Orgeln und orgelartige Instrumente, Friktionsinstrumente. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1910.

Georg Kinsky: Katalog. Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, II: Zupf- und Streichinstrumente. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1912.

Georg Kinsky: Kleiner Katalog der Sammlung alter Musikinstrumente. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1913.

 
 
 
 

Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig | Tel: 0341/97 30 750 | Fax: 0341/97 30 759 | musik.museum@uni-leipzig.de