Symphonion
Firmenname:
1885-1889 Fabrik Lochmannscher Musikwerke Kuhno, Lochmann & co.                                        
1889-1902 Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG
1902-1908 Symphonion Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG
1908-1912 Symphonionfabrik AG

1912-1915

Symphonionwerke GmbH
Produkte:
Stimmenkamm-Musikwerke
 
Symphonion Schatullen
 

Symphonion: Unter dem Namen „Symphonion“ wurde diese Art von Musikwerken zur Spezialität der Firma. Inhaber Paul Lochmann hatte diesen Typ neu entwickelt, und 1886 kündigte man an: „Eine demnächst ... erscheinende Neuheit werden Musikwerke sein, welche wie die Schweizer Werke einen Kamm haben, aber nicht von Stiften, sondern von Notenblättern spielen“ (ZfI 6/1886, S.271). Im Juli zeugt ein Inserat des Händlers W. Dietrich mit Abbildung vom sofortigen Produktionsbeginn (Goldhoorn 1996, S.7). Symphonions gab es als Schatulle, Wandschrank und Standautomat, in zahlreichen Modellen und Formen, mit zusätzlichen Effekten, mit zwei oder drei zeitgleich laufenden Platten, oder – ab 1898 – mit selbsttätigem Notenscheibenwechsel. Die wichtigsten Modelle seien im Folgenden genannt:

 Symphonion-Schatullen: Von Anbeginn wurden auch Schatullen produziert. 1897 zur Ostermesse präsentierte man die Duplex-Schatulle mit zwei gleichmäßig spielenden Notenblättern und Kämmen in „schwebender Stimmung“, also leicht gegeneinander verstimmt (ZfI 17/1897, S.419). Ab 1901 baute man auch Schatullen mit selbsttätigem Notenscheibenwechsel, siehe Inserat. 1903 zur Herbstmesse präsentierte man „mehrere neue Schatullen“ (ZfI 23/1903, S.910), ebenso 1910 zur Herbstmesse (ZfI 30/1910,S.1210).

Symphonion-Schatullen, Modelle (Quellen: Katalog HOLZWEISSIG 1897 sowie Strengers 1996 S. 14-15, vgl. Firma/Literatur)

 
  • Nr. 10: 41 Töne, Plattendurchmesser 19,5 cm, auch mit Glocken, zum Kurbeln, in verschiedenen Ausführungen (10,50 Mk. – 21,50 Mark)

    Bild: Nr. 10, aus dem Katalog HOLZWEISSIG 1906/7

 
  • Nr. 25: 84 Töne „Sublime Harmonie“, Plattendurchmesser 30 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (68,50 -82 Mark); Nr. 25 D: Duplex, mit zwei gleichzeitig laufenden Platten; 1897 zur Ostermesse präsentiert (ZfI 17/1897, S.419), für 215 Mark.

    Bild: Nr. 25D, aus dem Katalog Holzweißig 1898 S. 113

 
  • Nr. 121 Gl und 121 P Gl: 120 Töne und 10 Glocken, Plattendurchmesser 37,5 cm, für 202 Mark (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 121)

    Bild: Nr.121, aus dem Katalog HOLZWEISSIG 1906/7

 
  • Nr. 256: ähnlich 257, reichere Ausstattung, ab 185 Mark; im Katalog HOLZWEISSIG von 1906/7 ab 285 Mark

    Bild: Nr.256, aus Katalog HOLZWEISSIG 1906/7

  • Nr. 2: 60 Töne, Plattendurchmesser 21 cm, Hebelaufzug, Modell N mit Kurbel (37,25 Mark)
  • Nr. 4: 72 Töne, Plattendurchmesser 24 cm, Hebelaufzug, Modell N mit Kurbel (41,25 Mark)
  • Nr. 6 „Lipsia“: 84 Töne, Plattendurchmesser 27 cm, Hebelaufzug, Modell N mit Kurbel (46,50 Mark)
  • Nr. 20: 40 Töne, Plattendurchmesser 11,5 cm, zum Kurbeln oder Aufziehen
  • Nr. 28: zum Kurbeln, auch als Leierkasten, 40 Töne, Plattendurchmesser 15 ½ cm, für 6-10 Mark; Nr. 28S für 12-13 Mark; weitere 28er Modelle mit beweglichen Figuren ab 20 Mark
  • Nr. 30: 100 Töne „Sublime Harmonie piccolo“, Plattendurchmesser 34 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (93 Mk.-114 Mark)
  • Nr. 32: 32 Töne, Hebelaufzug, Plattendurchmesser 11,5 cm (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 112)
  • Nr. 32 PGl: 32 Töne, Plattendurchmesser 16 cm, 4 Glocken, für 38 Mark, im Katalog HOLZWEISSIG von 1906/7 S. 337 als „letzte Neuheit“ angeboten
  • Nr. 38: 40 Töne, Plattendurchmesser 14,5 cm, zum Kurbeln oder mit Hebelaufzug, auch als Leierkasten oder mit beweglichen Figuren (6,90 – 21 Mark)
  • Nr. 48: 48 Töne, Plattendurchmesser 25,5 cm; 48 Z mit Zither, 48 Gl mit 6 Glocken (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 116)
  • Nr. 60: 60 Töne, Plattendurchmesser 33,5 cm, für 115 Mark; 60Z mit Zither, 60 Gl mit 8 Glocken (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 117)
  • Nr. 78: 78 Töne, Plattendurchmesser 37,5 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (75-106 Mark)
  • Nr. 105: 106 doppelstarke Zungen, Plattendurchmesser 45 cm, Kurbel (125 Mark)
  • Nr. 120: 120 Töne, Plattendurchmesser 33,5 cm, für 112 Mark; 120 Z mit Zither (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 117)
  • Nr. 156: 156 Töne Doppelkamm, Plattendurchmesser 37 ¾ cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (125 -150 Mark)
  • Nr. 178: 78 Töne, Seitenantrieb Federwerk, Stahlplatten Durchmesser 40 cm, für 144 Mark; 178Z mit Zither, 178 Gl mit Glocken (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 119)
  • Nr. 179: ähnlich 178, reichere Ausstattung, ab 216 Mark
  • Nr. 257: 156 Zungen, Stahlplatten Durchmesser 40 cm, für 216 Mark; 257 Z mit Zither (Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 S. 119)

 

Stimmenkamm-Musikwerke
 
Symphonion Standautomaten
 
Symphonion Wand- und Standautomaten, Modelle (Quellen: Katalog HOLZWEISSIG 1897 sowie Strengers 1996 S. 14-15; siehe Firma/Literatur)
 
  • Nr. 100: „Non plus ultra“, 120 Töne, Plattendurchmesser 54 cm, mit 12 selbsttätig auswechselnden Notenscheiben, 10 Glockenstimmen, 1900 zur Ostermesse präsentiert (ZfI 20/1900 S.492).
  • Nr. 101 und 102: ähnlich Nr. 100, aber mit je 6 selbsttätig wechselnden Platten

          Bild: Nr. 100, Inserat aus ZfI 20/1900 S. 626

 

 
  • 130, 131, 132: 120 Töne, 10 Glocken, Plattendurchmesser 54 cm, für 350-370 Mark (nach Katalog HOLZWEISSIG 1906/7)

    Bild: Nr- 130, Katalog Holzweissig 1906/7 S. 34 

 
  • Nr. 162: Symphonion-Orchestrion-Automat, 120 Töne, 26 Harmoniumstimmen, 10 Glocken- und 6 Schlagzeugstimmen, Plattendurchmesser 75 cm, ab Oktober 1902 (Inserat ZfI 22/1902 S.1008)

    Bild: Nr. 162, Inserat aus ZfI 22/1902 S. 981

  • Nr. 102 und 102 ½ N Simonia, 60 Töne, Plattendurchmesser 21 cm (52-53 Mark)
  • Nr. 106: 106 Töne, Plattendurchmesser 48,5 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (125-150 Mark, im Katalog HOLZWEISSIG 1906/7 für 250 Mark)
  • 106 und 106 1/2 N Simonia, 84 Töne, Plattendurchmesser 30 cm (66-76 Mark);
  • Nr. 118 Gl und W: Symphonion-Orchestrion, 118 bzw. 167 Töne, Plattendurchmesser 70 cm. Das Instrument, ab 1898 gebaut, funktionierte mit Glocken und 118 extra breiten Zungen als Ersatz für ein Orchestrion (ZfI 18/1898 S. 439).
  • Nr. 125 und 125 ½ N Simonia, 84 Töne, Plattendurchmesser 30 cm mit Sublime Harmonie (83-85 Mark)
  • Nr. 143 G.Schl: 96 Stahlzungen, 10 Klaviertöne, 7 Glocken, Trommel, Becken, für 660 Mark (Katalog HOLZWEISSIG von 1906/07 S. 34)
  • Nr. 154: 159 Töne Sublime Harmonie, Plattendurchmesser 64 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (440-625 Mark). Ab 1896 bot man diesen Riesen-Symphonion-Automat mit 159 Zungen. Als neu beschrieb man einen federnden Hebel, der gleichmäßig auf der ganzen Notenplatte aufliegt und lästiges Knacken und Biegen vermeidet (ZfI 16/1896 S. 593 und 17/1897, S.419). Der Aufzug der Feder ermöglichte 25 Minuten Spieldauer, eine Platte dauerte zwei Minuten. Bild aus Katalog Holzweissig 1898 S. 13:
  • Nr. 192: 91 Doppeltöne, Plattendurchmesser 64 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (195-350 Mark)
  • Nr. 292 und 292P: 2 x 192 Töne, Plattendurchmesser 64 cm, Kurbel. 1898 annoncierte das Unternehmen den Symphonion Nr. 292 P in Pianoform als sehr lautes Doppelscheibeninstrument (ZfI 18/1898 S. 439 und 468). 
  • Nr. 12R: Musikwerke-Pendeluhr, 41 Töne, Plattendurchmesser 19,5 cm (76 Mark)
  • Nr. 25R: Musikwerke-Pendeluhr, 84 Töne, Plattendurchmesser 30 cm (121 Mark), Nr. 25 St. Als Standuhr (202 Mark)
  • Nr. 30St: Sublime Harmonie Piccolo, 100 Töne, Plattendurchmesser 34,5 cm (258 Mark)
  • Nr. 33: Sublime Harmonie, 84 Töne, Plattendurchmesser 30 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (97-105 Mark)
  • Nr. 37St: Sublime Harmonie Piccolo, Standuhr, 100 Töne, Plattendurchmesser 34,5 cm (305 Mark)
  • Nr. 39: Sublime Harmonie Piccolo „Meteor“, 100 Töne, Plattendurchmesser 34,5 cm, Kurbel (116-120 Mark), 1891 zur Herbstmesse präsentiert (ZfI 12/1891, S.6).

Stimmenkamm-Musikwerke
 
Pianophon
 
 

Nr. 306 und 306P: Riesen-Symphonion-Musikautomat (Pianophon): 3 x 106 Töne, Plattendurchmesser 48,5 cm, Kurbel (625 Mark), ab 1898 verkauft

Bild: aus dem Katalog Holzweißig 1898 S. 5

 

Stimmenkamm-Musikwerke
 
Eroica
 
 

Nr. 38 A „Eroica“: 3 x 100 Töne, Plattendurchmesser 34,5 cm, Kurbel, in verschiedenen Ausführungen (382-465 Mark),  1897 eingeführt (ZfI 17/ 1897, S.549).

Bild: aus dem Katalog Holzweißig 1898 S. 95

Stimmenkamm-Musikwerke
 
Gambrinus
 
 

Nr. 25G (Gambrinus): 84 Töne Sublime Harmonie, Plattendurchmesser 30 cm, Kurbel (135 Mark). Speziell für Restaurants entwickelte man diesen 1894 zur Ostermesse eingeführten Automaten (ZfI 14/1894,S.4). Nr. 25 F (Falstaff) in ähnlicher Ausstattung (Bild: aus dem Katalog HOLZWEISSIG 1898 S. 12):

  

Stimmenkamm-Musikwerke
 
Gloriosa
 
 

Christbaumuntersatz: 40 Töne, Plattendurchmesser 15.5 cm, in verschiedenen Ausführungen (30,85-32,75 Mark). Im Katalog HOLZWEISSIG von 1906/7 hatte Gloriosa 36 Töne, Plattendurchmesser 18 und 19,5 cm (ab 69 Mark)

Bild: aus Katalog HOLZWEISSIG 1906/7

 

 

Klavier-Orchestrions
 
Symphonion-Orchestrion
 
 
  • Nr. 70: Mandolinen-Orchester: 55 Klavier- und 15 Mandolinentöne, 13 Klangplatten, Schlagzeug und Kastagnetten, ab 1905 (Inserat ZfI 25/1905, S.562). Es funktionierte mit selbsttätig zurückrollenden Papiernoten und kostete 2300 Mark.

    Bild: Nr. 70, aus dem Katalog HOLZWEISSIG 1906/07 S. 22

 
  • Nr. 80: Symphonion-Klavier-Orchester mit Notenrollen: 1904 zur Ostermesse offeriert (ZfI 24/1904 S.1029); 7-oktaviges Klavier mit Glockenspiel., Schlagzeug, 17 Lyra-Klangplatten, großer Trommel, Wirbeltrommel, Becken (Inserat mit Bild ZfI 24/1904 S. 547).

    Bild: Nr. 80, Inserat aus ZfI 24/1904 S. 547

 
  • Nr. 81 mit Notenrollen: Das Instrument befand sich in einem aufwändigen Nussbaum-Gehäuse mit Bleiverglasungen, hatte aber die gleiche Ausstattung wie Nr. 80; der Preis betrug 2900 Mark.

    Bild: Nr. 81, aus dem Katalog HOLZWEISSIG 1906/07 S. 23

     

  • Orchestrion 1N: 1907 zur Herbstmesse eingeführt, mit vibrierenden Hämmern und Noten in Rollenform (ZfI 27/1907, S.1075 und ZfI 28/1908 S. 162).
  • Nr. 57: Tremolo-Orchester ohne Klaviatur, 70 Saiten, 13 Klangplatten und komplettes Schlagwerk (ZfI 25/1905, S.983). Es ist nicht bekannt, ob das Instrument mit Lochplatte oder Notenrolle lief.
  • Nr. 76: Symphonion-Saiten-Orchester mit Lochplatten, ab 1907 inseriert: mit Vibrationshämmern und runden Stahlnotenscheiben ohne Zähne, Gewichtsaufzug, auf Wunsch mit Schlagzeug (Inserat ZfI 27/1907 S. 464)
  • Nr. 98: Symphonion-Duplex-Orchester mit Lochplatten: 1903 zur Ostermesse präsentiert, mit Gewichtsaufzug, 52 zweichörigen Klaviertönen, 36 Orgelpfeifen, 10 Lyra-Klangplatten, Pauken, Trommel, Becken sowie mit zwei Stahlscheiben ohne Zähne, Plattendurchmesser 76 cm, im „Schneckengang“ laufend. Eine Scheibe war für das Klavier, die andere für Flöten und Schlagzeug, Spieldauer ca. 3 ½ Minuten (ZfI 23/1903 S. 451 und 833)
  • Nr. 143 Gl mit Lochplatten: 96 Stahlstimmen, 42 Klaviersaiten und 7 Glocken, Plattendurchmesser 64 cm; 1903 zur Herbstmesse offeriert (ZfI 23/1903 S. 910) 
Zubehör
 
Lochplatten
 

 

Die Herstellung von Lochplatten war von Anbeginn eine Spezialität der Firma. Einem Zeitungsbeitrag von 1892 ist zu entnehmen, dass die Produktion auch außerhalb der Werke erfolgte: „Mädchen und Frauen stanzen täglich tausende Platten, sowohl in einem Saal des Werkes als auch zu Hause“. „Über 100 Stanzmaschinen sind auf diese Weise außerhalb der Fabrik in Thätigkeit...“ (Illustrierte Zeitung vom 22.10.1892 S. 24).

 

Klaviere und Vorsetzer
 
Symphoniola
 

1908 zur Ostermesse präsentierte man dieses Klavier mit eingebautem Spielapparat (ZfI 28/1908, S.468). Über die Tretbälge und verschiedene Hebel ließ sich das Klavierstück individuell gestalten.

  

Bild: Inserat aus ZfI 29/1909 S. 506

Modulations-Klavier Nr. 82: Unter diesem Namen verkaufte man ab 1908 ein Klavier mit selbsttätiger Modulation bei ausdrucksvoller Nuancierung (Inserat mit Bild ZfI 28/1908 S. 902).

 

Einbau-Apparate

1909 lieferte die Firma auch Spielapparate, „in beliebiges Instrument eingebaut...“ (ZfI 29/1909 S. 629). Ebenso annoncierte man 1910: „Wir bauen unseren Symphoniola-Spielapparat auch in jedes zu diesem Zwecke vorbereitete Pianino fremden Fabrikates ein“ (ZfI 30/1910 S. 954).