Juan Allende-Blin. Ein Porträt

Das Ensemblekonzert am 14. Oktober 2025 stellte mit dem renommierten ensemble mosaik und dem Bariton Carlo Zaccaria Schmitz die Kantate „por el cielo vacío“ (2023/24) Juan Allende-Blin ins Zentrum des Programms. Das Werk war eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem 1936 ermordeten spanischen Dichter Federico García Lorca, dessen Poesie Allende-Blin bereits als Kind durch den Schriftsteller Augusto d’Halmar kennengelernt hatte. Das Konzert fand in der Veranstaltungsreihe von forma Leipzig e. V. statt und widmete dem Komponisten ein Porträtfestival an verschiedenen Leipziger Orten.

Juan Allende-Blin. Ein Porträt
Juan Allende-Blin. Ein Porträt
Di, 14.10.2025, 19:30 Uhr

Das Ensemblekonzert stellte mit dem renommierten ensemble mosaik und dem Bariton Carlo Zaccaria Schmitz die Kantate „por el cielo vacío“ (2023/24) nach Federico García Lorca ins Zentrum des Programms. Das Werk war eine künstlerische
Auseinandersetzung mit dem 1936 ermordeten spanischen Dichter, dessen Poesie Allende-Blin bereits als Kind durch den Schriftsteller Augusto d’Halmar kennengelernt hatte.

Juan Allende-Blins Biografie spiegelt die bewegte Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts wider. 1951 kam er auf Empfehlung des Dirigenten Hermann Scherchen nach Deutschland, studierte in Detmold und entwickelte seine kompositorische Musiksprache aus der Tradition der Neuen Wiener Schule. Seine Werke zeichnen sich durch einen äußerst präzisen Umgang mit Klangfarben und erweiterten instrumentalen Techniken aus. Konstruktion und Sinnlichkeit bilden in seiner Musik eine Einheit Bemerkenswert ist sein Engagement für verfemte und vergessene Musik. 1966 organisierte er die erste umfassende Schönberg-Woche des NDR Hamburg, 1989 das Symposium „Besuch aus dem Exil“ in Essen. Als Wiederentdecker verschollener Werke rekonstruierte er Claude Debussys Opernfragment „La Chute de la Maison Usher“, das 1977 unter Eliahu Inbal uraufgeführt wurde. Für sein künstlerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2018 den chilenischen Nationalpreis für Musikkunst.
Geprägt von frühen Begegnungen mit Emigrantenkünstlern wie Artur Rubinstein und Rudolf Kolisch im elterlichen Haus in Santiago sowie der jahrzehntelangen Lebenspartnerschaft mit dem Organisten Gerd Zacher, der Werke von Bussotti, Schnebel, Yun und Kagel uraufführte, verknüpft Allende-Blin in seinem Œuvre konsequent ästhetische Innovation mit moralischer Haltung.

Ensemblewerke
Juan Allende-Blin: Quartett (2007) für Flöte, Klarinette, Posaune und Klavier – 15 min
Juan Allende-Blin: Message fragile (2014) für Flöte – 14 min
Juan Allende-Blin: por el cielo vacío (2023/24) Kantate nach Federico García Lorca - ca. 30 min
Kristjana Helgadottir, Flöte
Carlo Zaccaria Schmitz, Bariton

Das ensemble mosaik hat sich seit seiner Gründung 1997 als besonders vielseitige und experimentierfreudige Formation zu einem renommierten Ensemble für zeitgenössische Musik entwickelt. Seine
Mitglieder zeichnen sich durch ihre instrumentalen Fähigkeiten wie auch durch ihre kreative Individualität aus. In langjähriger Zusammenarbeit haben sie einen profilierten Klangkörper geschaffen, der auf
höchstem künstlerischen Niveau Offenheit gegenüber verschiedensten Konzeptionen zeitgenössischer Musik beweist.

Veranstalter: Der gemeinnützige Verein forma Leipzig setzt sich seit 2010 intensiv für Neue Musik und zeitgenössische Literatur ein.

Vom 12. bis zum 15. Oktober 2025 widmete forma Leipzig e. V. dem Komponisten Juan Allende-Blin ein Porträtfestival. Übersicht Gesamtprogramm


Foto: Niels Herrmann





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