
Anna Boleyn von Ernst Lubitsch (1920) mit Emil Jannings, Nenny Posrten und Hedwig Pauly-Winterstein / An der Kinoorgel: Richard Siedhoff, Weimar
Anna Boleyn, Nichte des Großherzogs von Norfolk, lernt durch einen Zufall König Heinrich VIII. kennen. Als dieser sie umwirbt, hält sie zunächst an ihrem Freund Heinrich Norris fest, willigt jedoch später ein, als Heinrich VIII. ihr die Krone anbietet. Doch anstelle eines glücklichen Lebens erwartet Anna ein tragisches Schicksal, denn sie bringt statt des erhofften Thronfolgers eine Tochter zur Welt und wird des Ehebruchs angeklagt.
Der Film wurde vom 20. Juli bis 25. Oktober 1920 gedreht. Drehorte waren für die Innenaufnahmen die Ufa-Messter- und Ufa-Union-Ateliers in Berlin-Tempelhof. Hier wurde unter anderem die Westminster Abbey mit Altar, Chorgestühl und Apsis nachgebaut, es entstanden ein altenglisches Viertel, ein Turnierplatz und eine Einzugsstraße vom Stadttor zur Abtei. Die Außenaufnahmen entstanden auf dem Ufa-Freigelände Berlin-Tempelhof und am Liepnitzsee bei Wandlitz. Insgesamt nahmen am Dreh mehr als 4000 Komparsen teil.
Dank einer hervorragenden Bildkomposition und der exzellenten Darstellung von Emil Jannings […] beachtenswertes Werk der Stummfilmzeit. Lexikon des internationalen Films, Rowohlt 1990
Richard Siedhoff begleitet seit 2008 Stummfilmklassiker mit Eigenkompositionen und konzipierten Improvisationen am Klavier und gilt als einer der gefragtesten Talente auf seinem Gebiet. Neben unzähligen kleinen Veranstaltungen gastiert er regelmäßig auf den Internationalen Stummfilmtagen Bonn, im Filmmuseum München, im Filmpodium Zürich, im Zeughaus Kino Berlin und zahlreichen anderen Stummfilmevents im In- und Ausland. Einige seiner Musiken hat er bereits für DVD-Veröffentlichungen eingespielt. Er tritt auf Festivals in der Schweiz, Österreich, Italien, Schottland, Thailand, Süd Korea und China auf. Vermehrt schreibt Siedhoff auch Stummfilmbegleitungen für Kammerensemble und Orchester. Richard Siedhoff ist Hauspianist im Lichthaus Kino Weimar, dessenStummfilmprogramm er kuratiert. Weitere Informationen zu Richard Siedhoff: Webseite
Kinoorgel Live! Stummfilmkonzerte sind eine Sache des Augenblicks und immer einmalig: Vom Orgelspieltisch aus verschmelzen Musik und Klangeffekte unmittelbar mit dem Filmgeschehen. Zeitgenössische analoge Technik und 16mm-Filmrollen vervollständigen die Filmvorführungen zu Gesamterlebnissen ursprünglicher Kinopraxis. Außerdem erwarten Sie Einführungen zur Kinoorgel und zum Film. Weitere Informationen zu unserem Filmprogramm
Eintritt: 10 € / ermäßigt* 8 € / Familienkarte 20 €
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Bildquelle: Franz Christophe / wikipedia - Textquelle: wikipedia


Dr. Veit Heller über die Kinoorgel von Welte & Söhne von 1929 im GRASSI Museum Leipzig.
Eine Dokumentation von Richard Siedhoff. Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig. 2023
