Das Museum

Orgelpositiv

Tirol
vermutlich 1614
Inv.-Nr. 244
Sammlung Paul de Wit

Orgelpositivzoom

Tanz aus einer Englischen Tabulatur um 1630. Gespielt von Roland Götz.

Schön verzierte alte Musikinstrumente beeindrucken oft schon durch ihr Äußeres und vermitteln stets auch ein wenig von dem Flair der Zeit, in der sie entstanden. Doch fast immer bleibt es ein Geheimnis, wer zu welchen Anlässen darauf musizierte, wessen Räumlichkeiten sie schmückten. Die kleine Orgel ist hierin eine Ausnahme, denn mit Hilfe der sorgfältig intarsierten Wappen neben der Klaviatur kann man den Schleier der Vergangenheit ein wenig lüften. Die Buchstaben könnten bedeuten: Hans Iacob Gienger von Wolfsegg und Maria Gienger geborene von Heißberg. Beide heirateten im Jahre 1614, also etwa zur Entstehungszeit der Orgel. Sollte es gar ihr Hochzeitsgeschenk gewesen sein? Für Wolfsegg, einen Kämmerer des Erzherzogs Ferdinand von Österreich, wäre eine solch kostbare Gabe durchaus denkbar gewesen. Zum Spielen braucht man immer zwei Personen, da die Blasebälge mit der Hand bedient werden müssen. Bleigewichte in Ziegelsteingröße liegen obenauf und drücken die angesaugte Luft gleichmäßig in die Windlade. Im Inneren des Gehäuses liegen - für den Betrachter nicht sichtbar - fünf Register: Prinzipal 4′ und Oktave 2′ je zweimal als Holzgedackt-Pfeifen, Zimbel 1 1/2′ als offene Holzpfeifen sowie als weiteres Register ein sogenanntes becherloses Regal, ergänzt von einem Tremulanten. Ein ursprünglich vorhandenes zweites Regal ist nicht erhalten geblieben.