Das Museum

Drehleier

Levalois
Paris, 1753
Inv.-Nr. 339
Sammlung Paul de Wit

Drehleierzoom

Während des 18. Jahrhunderts traf sich in den Salons regelmäßig die Aristokratie, um beim Gesellschaftsspiel Konversation zu pflegen, Feste zu feiern, zu musizieren oder Musik zu hören. Damals kam es zu einer Modeerscheinung, die sich aus Rousseaus Forderung nach Rückkehr zur Einfachheit und Natürlichkeit erklärt. Bei Schäferspielen und Darstellungen ländlicher Idyllen besann man sich auf die dörfliche, naturnahe Lebensweise und ging sogar soweit, die Musikinstrumente der Hirten und Bauern, zu denen auch Drehleiern, Sackpfeifen und Hackbretter zählten, nachzuahmen. Auf teure Materialien und aufwändige Dekoration verzichtete man jedoch nicht, so dass den Instrumenten ihr Verwendungszweck für den Salon deutlich anzusehen ist. Ein technisches Wunderwerk besonderer Art ist die Drehleier. Beim Bewegen der seitlich angebrachten Kurbel werden die Saiten mit einem Holzrad angestrichen, so dass mehrere Töne gleichzeitig zu hören sind. Die obenauf liegenden Saiten lassen sich mit Hilfe der kleinen Tastenschieber in ihrer schwingenden Länge verkürzen, so dass eine Melodie zu den immer gleichen Begleittönen erzeugt werden kann.