Das Museum

Sammlung Kraus

Baron Alessandro Kraus (1853-1931) aus Florenz unternahm musikwissenschaftliche und organologische Studien. Ebenso interessierte er sich für Anthropologie, Archäologie und Geographie. Er hatte vor, "eine Monographie über die Musikgeschichte der verschiedenen Völker zusammenzustellen, ebenso wie eine vergleichende Geschichte der verschiedenen Familien von Musikinstrumenten" zu schreiben. Seit 1875 beschäftigte er sich auf Anraten seines Vaters intensiv mit dem Aufbau einer Sammlung, die es ermöglicht, "durch das Studium dieser authentischen Dokumente" das gesetzte Ziel zu erreichen. Seine Aufmerksamkeit galt auch allgemeinen musikalischen Aspekten: "Wichtig ist deshalb der Beitrag, der die Musikologie in die Studien der Ethnographie und der Vergleichenden Physiologie einbringen kann, und höchst nützlich ist der Bericht über Musikinstrumente aller Zeiten und aller Regionen", schrieb Kraus im Jahre 1901 über seine Intentionen. So trug er für das "musikethnographisch-psychologische Museum Kraus in Florenz" außer Instrumenten der europäischen Kultur auch musikalische Zeugnisse orientalischer Zivilisationen zusammen. Auf der Weltausstellung in Paris 1878 erhielt er eine Goldmedaille für eine Studie über japanische Musik (La musique au Japon) sowie die Große Medaille der ethnographischen Sektion für seine Instrumentensammlung. Diese umfasste etwa 1000 Stücke, darunter Unikate wie einen der ältesten Hammerflügel der Welt, gebaut vom Erfinder der Hammermechanik, Bartolomeo Cristofori. Die Instrumente sollten ihm als Quellenmaterial für seine "Generalgeschichte der Musik" dienen. Im Jahre 1908 verkaufte er einen Teil seiner überaus kostbaren Kollektion an Wilhelm Heyer in Köln.

Katalog:

Alessandro Kraus: Catalogo della collezione etnografico-musicale Kraus in Firenze. Sezione istrumenti musicali, Firenze 1901.